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Selbsterkenntnis - Selbstverwirklichung - Erfolgreiches Leben

Selbsterkenntnis als Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben

Von Daniel am 08.09.2018

 

Selbsterkenntnis begleitet den Menschen schon seit der Antike und gilt oft sogar als Erfolgsgeheimnis von großen Denkern. Immer mehr erfolgreiche Persönlichkeiten beschäftigen sich damit und Unternehmen wie Google, Facebook und SAP führen immer häufiger Seminare dazu ein. Dennoch gibt es einige Skeptiker, die versuchen, dies als spirituellen und esoterischen Unsinn abzutun. Selbsterkenntnis ist aber nicht – wie von manchen Esoterikern unglaubwürdig dargestellt – als die „Erleuchtung“ zu sehen. Wie einige Studien beweisen (siehe Quellen), ist es nämlich auch wissenschaftlich belegt ein echter Schlüssel zum Erfolg.

 

Definition und Bedeutung

Selbsterkenntnis ist ein Gebiet der Philosophie und Psychologie und ist unter anderem als das Erkennen von seinem Selbst und seiner Identität definiert.

Deine Identität zu kennen hilft Dir, Deine persönlichen Bedürfnisse und Deine persönliche Vision herauszufinden.

Sich selber zu kennen ist gerade in jüngeren Jahren eine wesentliche Voraussetzung, um innere Unabhängigkeit zu schaffen und mit der zunehmenden Fremdbestimmung unserer leistungsorientierten Gesellschaft besser umgehen zu können. Du lässt Dich dadurch weniger manipulieren und irreführen.

Wenn Du Dich selbst kennst, dann kannst Du Deine Grundsätze besser mit den äußeren Bedingungen abstimmen.

Die berufliche als auch private Situation verändert sich immer schneller und wir haben alle Möglichkeiten, das zu tun, was wir wollen. Es fällt uns aber gerade deshalb immer schwerer, sich auf einen „Lebensweg“, sei es beruflich oder privat, festzulegen.

Dich selber besser zu kennen, kann Dir helfen, Dich für Deinen Weg zu entscheiden.

Selbsterkenntnis ist eng mit der Selbstreflexion verwandt. Dabei ist aber unter der Selbstreflexion weniger das Kennenlernen seiner eigenen Identität und seiner Bedürfnisse, sondern mehr das Kennenlernen seines Verhaltens bzw. seiner Reaktion auf bestimmte Reize zu verstehen. Selbsterkenntnis ist Voraussetzung für Selbstfindung, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung.

 

Selbsterkenntnis und der Erfolg im Beruf

Früher hatten meistens die Bewerber mit systematischer, aber dafür mit weniger sozialen Intelligenz die größeren Erfolgsaussichten. Gute Noten wurden also persönlicher und sozialer Kompetenz deutlich vorgezogen. Wie in unserem Hauptartikel zu Soft Skills schon beschrieben, hat sich dies aber bereits und wird sich vor allem in Zukunft noch drastisch verändern. Noten stehen also bei vielen Berufen nicht mehr im Vordergrund. Deshalb wird man heutzutage bei fast jedem Bewerbungsgespräch nach den eigenen Schwächen und Stärken befragt und Kritikfähigkeit zählt zu einer der wichtigsten Schlüsselkompetenzen.

Einige Studien (siehe Quellen) beweisen bereits, dass Mitarbeiter mit höherer Selbsterkenntnis erfolgreicher sind. Wenn den Fähigkeiten eines Menschen ein tiefer Wille als Fundament zugrunde liegt, dann ist Erfolg vorprogrammiert. Nur mit einer Motivation durch eine innere Sinngebung kommen die Fähigkeiten auch wirklich ans Licht. Du kannst Dir passend dazu auch unseren Artikel zu dem von Simon Sinek definierten „Goldenen Kreis“ anschauen.

Selbsterkenntnis der Mitarbeiter führt dabei auch zu weniger Konflikten im Unternehmen, bei herausfordernden Situationen bleiben die Mitarbeiter eher ruhig und sind insgesamt weniger gestresst. Wenn die Mitarbeiter ihre eigene Vision finden, dann bildet sich dadurch auch meist eine bessere Identifikation mit der Unternehmensvision. Die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter nimmt dadurch im Gesamten betrachtet erstaunlich zu (siehe Quellen).

Viele große Unternehmen bieten deshalb interne Seminare an, in denen die Mitarbeiter lernen können, sich besser zu reflektieren. Ein Vorreiter für solche Seminare ist Google mit ihrem Softwareingenieur Chade Meng-Tan, der zusammen mit dem bekannten Psychologen und Wirtschaftsjournalist Daniel Goleman zu diesem Thema auch ein Buch („Search inside yourself: Optimiere dein Leben durch Achtsamkeit“*) geschrieben hat. Sein Kurs wird inzwischen bei vielen großen Unternehmen wie Facebook, Amazon und Ford umgesetzt. Mittlerweile wurde das Buch auch auf Deutsch übersetzt und der Trend des Silicon Valley findet auch unter deutschen Unternehmen, wie beispielsweise bei SAP, immer mehr Beachtung.

 

Selbsterkenntnis durch besondere Erfahrungen

Es ist häufig so, dass man sich erst durch bestimmte Erfahrungen in seinem Leben wirklich mit sich selbst befasst. Solche Phasen zwingen einen oftmals, vieles oder auch alles zu überdenken. Aber gerade solche Situationen bringen die Möglichkeit mit sich, die Richtung seines Weges neu auszurichten. Dadurch, dass die Selbstreflexion in unterschiedlichen Ebenen stattfindet, kann es auch sein, dass man durch eine besondere Erfahrung seinen Weg vollständig neu definiert. Grundsätzlich überdenken wir uns aus zwei Gründen:

Bei besonders positiven Erfahrungen fasst man automatisch eine Motivation, noch mehr zu wollen. Dieser Lustgewinn kann einen dazu bringen, grundsätzlich über sich nachzudenken, zum Beispiel darüber, wie man seine Stärken weiter ausbauen kann um noch besser zu werden.

Wenn wir merken, dass wir sehr unzufrieden sind, großes Unglück oder Krankheit erleiden, dann begreifen wir recht schnell, dass es so nicht weitergehen kann – hier greift also Punkt 2. Der Mensch ist von Natur aus „faul“, weshalb die meisten Menschen nach dem Prinzip „Don‘t touch a running System“ agieren. Eingegriffen wird meist erst dann, wenn das System in einer Krise „kollabiert“. Dies gilt natürlich nicht bei Schicksalsschlägen, bei denen man einer unvorhersehbaren Situation ausgesetzt ist. Aber auch hierbei sollte man sein Möglichstes tun, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und Entschlossenheit und innere Stärke zu entwickeln:

„Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln“ – Dalai Lama

 

Umsetzung zur Selbsterkenntnis

Du solltest jetzt nicht erwarten, ein bestimmtes Vorgehen abzuarbeiten und dann zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Dies ist ein sehr langer, im besten Fall sogar ein lebenslanger Prozess mit ständigem Abgleich von seinem Ist- mit seinem Sollzustand. Die Rahmenbedingungen sind ähnlich derer, die wir in dem Artikel zur Selbstreflexion beschrieben haben, weshalb Du diese dort nachsehen kannst. Um Erkenntnis über Dein „Inneres“ zu erlangen, hilft es, wenn man sich selbst, zur Nachdenklichkeit anregende Fragen stellt.

Unterstützende Fragen zur Selbsterkenntnis:

  • Wer bin ich und wer will ich sein?
  • Welche Bedürfnisse habe ich bzw. was fehlt mir im Leben und was mache ich dafür, dass ich es bekomme?
  • Welche meiner Eigenschaften lebe ich auf ungesunde Art aus und sollten verändert werden?
  • Bin ich wirklich zufrieden und was könnte ich tun um meine Zufriedenheit langfristig zu steigern?
  • Welche meiner Verhaltensweisen gehören wirklich zu mir und welche habe ich einfach unreflektiert von Eltern und Umfeld erlernt, haben aber vielleicht negative Auswirkungen auf mich und mein Leben?
  • Welche Erfahrungen stecken hinter meinen Gedanken, sind diese Gedanken richtig und wenn nicht, wie kann ich es schaffen, mich davon nicht runterziehen zu lassen und das Positive herauszufiltern?

Wir können Dir unterstützend dazu das „6-Minuten-Tagebuch“* von Dominik Spenst empfehlen. Das Buch ist vorwiegend zur täglichen Selbstreflexion gedacht, weshalb wir es auch bereits in diesem Beitrag empfohlen haben. Es kann Dir darüber hinaus aber auch helfen, mit Struktur zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Das Buch ist sehr authentisch, da der Autor das Buch in einer Lebensphase entwickelt hat, in welcher er selbst zur Selbstkenntnis gelangte. In der Zeit ging es ihm nicht gut und er lag lange im Krankenhaus, wobei er sich intensiv mit der Thematik befasst hat.

Wer in Meditation geübt ist, kann es dadurch schaffen, sich zu entspannen und noch „tiefer“ in sich hineinzuhorchen. Meditation ist für Dich eine gute Möglichkeit, Dich selbst zu erkennen, denn Du setzt Dich dabei ungestört ausschließlich mit Deinen Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen auseinander. Dadurch wirst Du Dich zwangsläufig selbst erkennen.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Selbsterkenntnis die Grundlage Deiner Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung ist. Mit der Selbstverwirklichung kannst Du Deine persönliche „Erfüllung“ finden, welche Dir langfristige Orientierung, Motivation und Zufriedenheit auf Deinem Lebensweg bietet.

Wichtig ist dabei, sich nie zufrieden zu geben und wie bereits im Beitrag erwähnt, einen kontinuierlichen Prozess zu entwickeln und zuzulassen. Schon der griechische Philosoph Sokrates hat in der Antike die Wichtigkeit der Selbsterkenntnis erfasst; sie bildet die Grundlage seines Denkens und seiner Philosophie und er formulierte sehr treffend über den lebenslangen Prozess der Selbsterkenntnis:

„Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“ – Sokrates

Selbsterkenntnis muss also immer wieder neu erlangt werden, da immer wieder unerwartete Situationen Deinen Weg kreuzen werden. Genau das sind aber die Herausforderungen, die das Leben spannend machen und an denen wir wachsen können. Wenn Du Lust auf weitere anregende Gedankenexperimente hast, dann kannst Du diese in dem Taschenbuch Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“* von Barbara Sher finden.

 

 

Quellen:
https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/selbsterkenntnis/13904
http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/personalberater-jerusalem-nur-wer-sich-kennt-ist-gut-a-1131379.html
https://www.kornferry.com/institute/know-yourself
https://www.kornferry.com/institute/better-return-self-awareness

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