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Richtig Zuhören – Dein Weg zur besseren Kommunikation

Geschrieben von Alex am 18.08.2018

 

Kommunikation gehört zu den wichtigsten Fertigkeiten im Leben. Einige Experten sind sogar der Meinung, dass Kommunikation die Wichtigste aller Fähigkeiten ist, die der Mensch im Laufe seines Lebens erlernt. Wir verbringen als Kinder sehr viel Zeit damit, Sprechen, Lesen und Schreiben zu lernen. Aber wie wir richtig Zuhören wird uns häufig nicht beigebracht. Richtig Zuhören bedeutet nämlich weit mehr, als einfach nur selber nicht zu sprechen.

 

Sichtweisen und Definition von richtigem Zuhören

Es gibt unterschiedliche Gründe und Meinungen, warum Zuhören so wichtig für unsere Kommunikation und unser Zusammenleben ist. In einem Punkt sind sich allerdings fast alle Theorien einig, nämlich darin, dass es auf jeden Fall eines der wichtigsten Elemente der Kommunikation darstellt. Im Nachfolgenden zeigen wir Dir drei unterschiedliche Sichtweisen und Aspekte des Zuhörens:
Die des bekannten Autors für Selbstmanagementbücher Stephen R. Covey, die von Simon Sinek – einem der beliebtesten Redner für Unternehmensführung – und eine Sichtweise der japanischen Tradition des ZEN-Buddhismus.

 

Stephen R. Covey – Erst verstehen, dann verstanden werden

In seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“* beschreibt Stephan R. Covey im 5. Weg, was für ihn richtiges Zuhören bedeutet. Er fasst dies mit den Worten „Erst verstehen, dann verstanden werden“ zusammen. Das bedeutet, dass man zuerst seinem Gegenüber aktiv und einfühlsam zuhören sollte und versucht, ihn mit dem, was er erzählt, vollkommen zu verstehen, ohne das Gesagte auf sich selbst zu beziehen. Sobald uns jemand etwas erzählt, versuchen wir oft unbewusst, das Erzählte mit uns selbst in Verbindung zu bringen. Meistens läuft dabei gleichzeitig einer der nachfolgenden Vorgänge ab:

  • Wir bewerten das Gesagte nach unseren persönlichen Maßstäben
  • Wir stellen Fragen, die sich nicht auf unser Gegenüber, sondern auf uns selbst beziehen
  • Wir geben sofort Ratschläge, die wir persönlich für richtig halten
  • Wir interpretieren das Gesagte aus unserer Sichtweise, um es aus unserer Sicht zu verstehen

Diese vier Verhaltensweisen machen uns das richtige Zuhören schwer. Aber warum ist das so?

In dem Moment, in dem wir sofort eines dieser Dinge tun, sind wir gedanklich nicht mehr bei unserem Gegenüber, sondern wir sind nur bei uns. Wir nutzen sozusagen das Gesagte als gedankliche Brücke zu unserer Erfahrung, unseren Gefühlen und unseren Erlebnissen.  In diesem Moment fangen wir indirekt an, von uns zu reden, statt dem Gegenüber vollständig und fokussiert zuzuhören. Das erkennen wir an Aussagen wie:

  • „Ach ja, das ist mir letztens auch passiert.“
  • „Ja, da musst du am besten … machen“
  • „Das hast du aber auch nicht besonders gut rüber gebracht“

Häufig möchten wir einfach nur Erlebnisse, Meinungen und Gefühle mit unseren Mitmenschen teilen, ohne sofort z.B. eine Lösung präsentiert zu bekommen. Denn jeder Mensch möchte gerne, dass sein Gesprächspartner ihm zuhört und ihn versteht.

Prinzipiell bedeutet das nicht, dass Du nicht bewerten, interpretieren, persönliche Fragen stellen oder Ratschläge geben solltest. Es ist vollkommen angebracht, einen Ratschlag zu erteilen, aber eben am besten nur, wenn Du auch genau danach gefragt wirst. Und es kann auch hilfreich sein, wenn Du, nachdem Du richtig zugehört hast, von Dir redest oder das ganze persönlich bewertest. Zu einem Problem kann es allerdings werden, wenn wir dies ständig tun, ohne danach gefragt zu werden. Dann hören wir nämlich immer weniger zu und erzählen immer häufiger nur von uns selbst – eine sehr egozentrische Eigenschaft.

 

Simon Sinek – Eine Gute Führungspersönlichkeit spricht als letztes

Simon Sinek ist einer der erfolgreichsten Redner unsere Zeit und seine TED-Talks gehören zu den meistgesehen überhaupt. In seinem Vortrag „5 Rules for Succes in Life“ redet er über eine besondere Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten (Regel 4):

 

Eine gute Führungspersönlichkeit ist nach dieser Regel derjenige in einer Runde, der als letztes spricht. Das heißt natürlich nicht unbedingt, direkt „das letzte Wort zu haben“, sondern erst alle anderen (seine Mitarbeiter) aussprechen zu lassen und diesen richtig zuhören. Welche Vorteile hat es für eine Führungsperson, als letzter zu sprechen?

  1. Es gibt jedem das Gefühl, dass er und seine Meinung gehört wird.
  2. Du hast während des Zuhörens die Möglichkeit, mit den Informationen und Meinungen der anderen Deine eigene Meinung zu überdenken und ggf. zu verbessern.
  3. Wer das letzte Wort hat, hat damit auch häufig die meiste Autorität und trifft die Entscheidung.
  4. Das, was man als letztes gehört hat, erreicht meistens die größte Wirkung und bleibt am besten in Erinnerung.

Mehr zu Simon Sinek, kannst Du in seinem Buch „Gute Chefs essen zuletzt“* erfahren. Über seine bekannteste Theorie – dem „Goldenen Kreis“ – haben wir in dem Beitrag „Wenn Du weißt, warum Du etwas tust, dann wirst Du es auch erfolgreich tun“ geschrieben.

 

ZEN-Buddhismus – Wer an sich denkt, der Hört nicht zu

Im ZEN-Buddhismus geht es unter anderem darum, mit allen Sinnen im Hier und Jetzt zu sein. Das hört sich erst einmal nach nichts Besonderem an. Wenn wir uns selbst jedoch einmal über den gesamten Tag hinweg selbst beobachten, dann fällt uns auf, dass wir in den wenigsten Fällen im Hier und Jetzt sind. Wir sind mit unserem Gedanken häufig in der Vergangenheit, denken an Erfahrungen und Erlebnisse oder denken an die Zukunft. Wer kennt das nicht: Du sitzt bei der Arbeit und planst bereits den nächsten Termin oder denkst bereits an Deinen Feierabend und was Du dann machen wirst.

Wer also während sein Gesprächspartner spricht an sich selbst und seine Erfahrungen und Erlebnisse denkt, ist zum einem mit seiner Aufmerksamkeit nicht voll und ganz bei dem Gegenüber und zum anderen nicht im Hier und Jetzt. Hierzu noch eine alte Zen-Geschichte:

 

Zuhören, Kommunikation, Zen-Geschichte, Die 7 Wege zur Effektivität, Covey

 

In dieser kleinen Geschichte steckt nicht nur, mit welcher Geisteshaltung wir eine neue Sache lernen sollten, sondern auch, wie wir unserem Gegenüber entgegentreten sollten. Mit einer offen, vorurteilslosen Haltung, sich auf sein Gegenüber konzentrierend mit der Bereitschaft, zuzuhören und das Gesagte aufzunehmen: Wie eine leere Tasse, die bereit ist, sich mit Tee zu füllen, aber eben nicht nur mit dem „Tee“ der eigenen Meinung, sondern vor allem mit dem der Meinung der Gesprächspartner.

Mehr zum ZEN-Buddhismus und den Grundwerten der japanischen Samurai kannst Du in dem Buch „Die 7 Wege des Samurai“* von André Daiyû Steiner nachlesen.

 

Fazit

Du hast jetzt einiges über die Wichtigkeit des Zuhörens erfahren. Dabei geht es primär um die innere Haltung, die Du einnimmst, wenn Du in einem Gespräch der passive Teil bist. Unserer Meinung nach stellt das richtige Zuhören einen elementaren Bestandteil der Sozialkompetenz dar. Denn nur dann, wenn wir unserem Gesprächspartner richtig zuhören, kann ein wirklicher Austausch entstehen, der beide Seiten bereichert. Wohl nicht umsonst hat Stephen R. Covey dies zu einem seiner 7 Grundpfeiler (später 8) gemacht.

Beobachte Dich doch einfach mal selbst in einem Gespräch dabei, welche Gedanken Dir durch den Kopf gehen. Sind dies Gedanken, die sich um Dich selbst, Deine Zukunft oder Deine Vergangenheit drehen? Hast Du häufig sofort Lösungen, Verbesserungen oder Ratschläge parat? Wenn Du Dich auf diese Art beobachtest, dann wirst Du einiges über Dich selbst herausfinden und hast den ersten Schritt zum besseren Zuhören schon hinter Dir.

 

 

Quellen:
Stephen R. Covey – Die 7 Wege zur Effektivität, Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg:
https://amzn.to/2LlFx8C*
André Daiyû Steiner – Die 7 Wege des Samurai, Management und Führung mit fernöstlichen Prinzipien:
https://amzn.to/2msW24H*
Simon Sinek – 5 Best Rules for Success in Life (Regel 4):
https://www.youtube.com/watch?v=f3uaq6Bm8hQ

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