Feedback - Selbstwahrnehmung - Fremdwahrnehmung - Gespräch
Nutze Feedback und steigere damit Deine Selbstwahrnehmung
17. November 2018
Feedback geben - Regeln zum Feedback geben - Selbstwahrnehmung - Fremdwahrnehmung

13 wichtige Regeln beim Feedback geben

Geschrieben von Daniel, am 01.12.2018

 

In dem Du Deine Meinung sagst und Feedback gibst, kannst Du das gegenseitige Verständnis stärken und damit das Vertrauen und Verhältnis verbessern. Des Weiteren kannst Du Missverständnisse vorbeugen, von anderen mehr geschätzt werden und Dich sogar selber besser kennenlernen. Feedback zu geben ist allerdings ein sehr sensibles Thema, weshalb man einige Regeln beachten sollte, die wir Dir in diesem Beitrag vorstellen möchten.

 


Schwierigkeiten beim Feedback geben

Wie bereits in dem Beitrag zur Selbstreflexion erwähnt, will der Mensch sich instinktiv keine Schwächen eingestehen. Wenn wir also jemand Feedback geben, dann wird er meist ganz automatisch diesem „Urinstinkt“ verfallen und sich zumindest innerlich, aber vielleicht auch äußerlich dagegen wehren. In der Abwehrhaltung, will sich der Feedbacknehmer dann erklären und rechtfertigen.

Wie anfangs erwähnt ist Feedback zu geben, gerade deshalb so ein sensibles Thema, denn selbst wenn man es gut meint, kann Feedback schnell als Besserwisserei, Bevormundung, Angriff oder sogar Demütigung aufgefasst werden. Das hat meist zur Folge, dass das gut gemeinte Feedback als Kritik wirkt und nichts weiter, als ein schlechter Eindruck hängen bleibt.

Feedback sollte also nie verletzend oder verurteilend formuliert werden. Es sollte nie den anderen persönlich angreifen und schon gar nicht, ausschließlich die eigenen Interessen verfolgen. Bei letzterem kann es passieren, dass man nur Feedback gibt um sich selbst als klüger oder „besser“ darzustellen als der Feedbacknehmer es ist.

Damit Feedback auch wirklich als sinnvoll und konstruktiv gegeben werden kann, ist vor allem Empathie und die Beachtung der im nächsten Abschnitt aufgestellten Regeln empfehlenswert. Außerdem wird Feedback häufig auf die eigene Persönlichkeit bezogen, dabei sollte beachtet werden, dass es nur um die Verhaltensweise geht.

 

13 wichtige Regeln

  1. Hinterfragen
    Feedback sollte man nicht spontan aus dem Bauch herausgeben, sondern immer erst die Situation und seine persönliche Wahrnehmung hinterfragen, ob das Feedback überhaupt nötig ist.
  2. Beratung
    Wenn man sich nicht sicher ist, dann kann auch eine weitere Person zur Beurteilung befragt werden. Die Situation sollte aber unbedingt neutral beschrieben werden und die Personen sollten sich auch nicht kennen.
  3. Vertraulichkeit
    Das Feedback sollte vertraulich behandelt werden und auf jeden Fall für sich behalten werden, was auch nach außen hin, gezeigt werden muss.
  4. Brauchbarkeit
    Gebe nur Feedback, wenn du auch wirklich überzeugt davon bist, dass es dem Feedbacknehmer weiter hilft bzw. sinnvoll für ihn ist.
  5. Offen und Ehrlich
    Es ist wünschenswert beim Feedback auch vollkommen ehrlich zu sein und nichts zu verschleiern oder ähnliches, denn nur dann hat der Feedbacknehmer auch die Chance den maximalen Mehrwert für sich zu generieren.
  6. Konstruktiv
    Rückmeldungen sollten immer konstruktiv sein, so dass der Feedbacknehmer auch direkt was damit anfangen kann. Hier helfen am besten konkrete Beispiele. Am besten kommt es beim Feedbacknehmer an, wenn man sich selbst als Beispiel nimmt. Beispiel: „Ich habe bis vor einiger Zeit… Mir ist aufgefallen, dass du das auch machst und mir hat es geholfen…“.
  7. Positives Zuerst
    Der Feedbacknehmer nimmt erwiesenermaßen das Feedback besser auf, wenn er zuerst eine positive Rückmeldung bekommt. Das weckt zunächst ein positives Gefühl und man zeigt, dass man es auch wirklich gut meint. Am besten gelingt dies mit der „Burger-Methode“, in dem man mit was Positivem anfängt, dann die konstruktive Kritik übt und die Situation mit einer positiven und motivierenden Gesamtrückmeldung beendet. So hat man meist die höchste Chance, dass man beim Feedbacknehmer nicht auf Ablehnung trifft.
  8. Beschreiben, nicht bewerten
    Eine Bewertung oder ein Vergleich mit anderen führt selten zu einem Mehrwert für den Feedbackgeber, sondern vielmehr zu einer Demotivation. Als Feedbackgeber muss man sich erst bewusstwerden, dass die Wahrnehmung nur seiner eigenen entspricht und nicht der, der Allgemeinheit. Deshalb sollte man seine Meinung möglichst objektiv darstellen und die Entscheidung ob es nun richtig oder falsch ist, alleinig dem Feedbacknehmer überlassen. Feedback sollte also lediglich als Angebot zur Selbstüberprüfung dargestellt werden. Hierbei ist auch die Begründung möglich, dass etwas beispielsweise im Unternehmen so empfunden oder praktiziert wird.
  9. Ich-Botschaften
    Wie zuvor erwähnt, sollte man hinterfragen ob das Feedback nur seiner persönlichen Meinung entspricht und möglichst objektiv bewerten. Es kann hier in bestimmten Fällen Sinn ergeben, wenn die Botschaften mit einem persönlichen Bezug vermittelt werden. Dies macht es für den Feedbacknehmer leichter, das Feedback aufzunehmen. Beispiel: „Ich empfinde…“ oder „Auf mich wirkt es so…“.
  10. Feingefühl
    Wie schon erwähnt, ist Feedback ein sensibles Thema, weshalb es mit einem gewissen Feingefühl und Empathie gegeben werden sollte. Angemessenes Feedback berücksichtigt die Persönlichkeit, die Situation und deren Bedürfnisse. Hierzu kann es helfen, vorab einen Perspektivwechsel durchzuführen und zu versuchen sich in die Person hineinzuversetzen.
  11. Umgebung
    Feedback sollte nicht vor anderen stattfinden, sondern immer persönlich unter vier Augen. Alles andere kann sehr schnell diskriminierend wirken und den Eindruck erwecken man möge sich selbst als besser darstellen. Am besten bietet sich hierzu auch eine lockere und entspannte Atmosphäre.
  12. Timing
    Feedback sollte möglichst zeitnah zur betreffenden Situation stattfinden und auch dann, wenn man meint, dass der Feedbacknehmer bereit dazu ist das Feedback auch aufzunehmen. Am besten man fragt vorher, ob man sein Feedback abgeben kann beziehungsweise bietet es an.
  13. Akzeptieren
    Wenn der Feedbacknehmer die Meinung oder das Feedback nicht akzeptieren möchte, oder sofort ablehnt, dann sollte man dies akzeptieren. In dem Fall ist es ratsam, auch nur einmal Feedback zu geben. Wenn es dann nicht umgesetzt wird, dann liegt es eben auch nicht im Interesse des Feedbacknehmers sich entsprechend zu ändern und man sollte dies akzeptieren. Wenn man es nicht akzeptieren kann, müssen andere Lösungen gefunden werden.

 

Was Du von Dir selbst daraus erfahren kannst

Der Vorteil Feedback zu geben hilft nicht nur dem Feedbacknehmer seine Wirkung auf andere zu erkennen, sondern auch der Feedbackgeber kann aus dem gegebenen Feedback etwas von sich erfahren. Um das herauszufinden kannst Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Warum nehme ich diese Person so wahr?
  • Welche Emotionen löst das in mir aus und woher könnten diese kommen?
  • Wie wäre ich, oder wie würde ich mich in selbiger Situation verhalten?

 

Kleiner Erfahrungsbericht

Vor einigen Jahren durfte ich vor einem interessanten Publikum einen Vortrag halten. Als es im Anschluss Snacks und Getränke gab, hat mich ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann angesprochen. Aus einem sehr lockeren Gespräch heraus, wo er mir zuerst positives Feedback gegeben hat, hat er mir auch einen Verbesserungsvorschlag in Form einer Metapher mit auf den Weg gegeben. Dieser Vorschlag war so Wertvoll für mich, dass ich heute noch, vor fast jedem Vortrag sein Gesicht vor Augen habe und immer Versuche diesen Tipp mit einzubauen.

Wenn ich heute Feedback gebe, dann versuche ich es genauso zu machen wie der erfolgreiche Geschäftsmann. Aus einer lockeren Atmosphäre heraus ein gut gemeinter Rat, bei dem man merkt, dass er von Herzen kommt. Am besten Verbunden mit einem Zitat, einem Spruch oder eben wie von ihm, mit einer Metapher, so dass es langfristig hängen bleibt.

 

Fazit

Wie in der Einführung schon erwähnt, hat Feedback zu geben wirklich viele Vorteile. Genauso ist mit Feedback aber vorsichtig umzugehen, weshalb Du Dir vorab immer ausreichend Gedanken machen solltest. Gebe deshalb am besten nur Feedback, wenn Du eine Person wirklich schätzt und Du wirklich überzeugt davon bist, dass es gut wäre, wenn Du Dein Feedback äußerst.

Es kann immer passieren, dass man vielleicht zunächst auf Ablehnung stößt, aber zumindest im Nachhinein sollten die meisten über ehrlich und gut gemeinten Rat dankbar sein. Meistens ist es nämlich so, dass ein bestimmtes Verhalten fast allen außenstehenden Auffällt, es nur keiner dem betroffenen mitteilt.

Artikelserie zum Thema „Feedback“:

 

 

Quellen
Feedback geben – Strategien und Übungen von Jörg Fengler:
https://amzn.to/2DnPmhM*

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