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Minimalismus – Der Weg zu persönlicher und geistiger Freiheit

Von Daniel am 30.06.2018

 

Die meisten von uns leben in einer konsumorientierten Überflussgesellschaft. Fast jeder besitzt deutlich mehr, als er eigentlich benötigt, was ab einem gewissen Maß, wenn auch nur unbewusst, zu einer Last werden kann. Der Minimalismus in Form eines minimalistischen Lebensstils ist eine Hilfe zu mehr persönlicher und geistiger Freiheit, zu mehr Zeit für wichtigere Dinge und weniger Stress. Natürlich meinen wir damit nicht, dass Du jetzt alles aus deiner Wohnung schmeißen und die Wände weiß streichen solltest, aber es ist sinnvoll, überflüssige Dinge auszumisten. Was das für Vorteile haben kann und wie es funktioniert haben wir in folgendem Artikel für Dich zusammengefasst.

 

Historie

Seine Ursprünge hat der Minimalismus als Bewegung hin zu einer Reduktion auf einfache geometrische Strukturen in der Kunst und später auch Architektur. Diese Idee der Reduzierung auf das Wesentliche wurde im letzten Jahrhundert mit dem Vorreiter Japan auf einen minimalistischen Lebensstil übertragen. Geprägt von der „Seifenblasenwirtschaft“ in den 80er Jahren gibt es insbesondere in der jüngeren Generation in Japan den Trend dazu, mit weniger auszukommen. Aber auch schon davor war Japan dafür bekannt, dass die dort lebenden Menschen mit wenig Platz (man sehe beispielsweise die hohe Bevölkerungsdichte in Tokio oder anderen japanischen Städten) und Gütern auskommen. Seit Hunderten von Jahren wird dort der Zen Buddhismus praktiziert. Eine Religion, die sich systematisch von materiellen Gütern löst und ihren Fokus auf geistige Freiheit und Weiterentwicklung setzt. Die genügsame Philosophie des Zens und der japanischen Samurai hat in den letzten Jahrzehnten sogar starken Einzug in das westliche Management gefunden (durch z.B. das Buch der fünf Ringe* von Miyamoto Musashi).

 

Schnelllebigkeit und Überfluss

Auch bei uns wird der Minimalismus als Lebensstil in den letzten Jahren immer bekannter. Die Beweggründe sind beispielsweise Kritik an dem Materialismus, an der immer höheren Schnelllebigkeit und einer dadurch verursachten Reizüberflutung. Im Minimalismus geht es also darum, sich in einem Umfeld ständig wachsenden Überflusses auf das nötigste zu beschränken.

Viele Dinge sind so günstig und werden einem mit geschickter Werbung so schmackhaft gemacht, dass man es kauft und später oft gar nicht benutzt. Es fällt Dir wahrscheinlich selber manchmal auf, dass Du zu viele Sachen rumliegen hast und viel davon gar nicht benötigst bzw. beachtest? Vielleicht hast Du sogar schon daran gedacht, dass Du einfach mehr Platz bräuchtest, um alles unterzukriegen? Halt! Dann ist es wirklich an der Zeit, nicht mehr Platz zu schaffen um noch mehr Zeug zu verstauen, sondern auszumisten und zu sortieren.

 

Ordnung

Meistens geht Minimalismus mit Ordnung einher, weil es mit weniger Sachen natürlich einfacher ist, mehr Ordnung zu halten. Außerdem bringt es Dir auch deutlich mehr, wenn Du ein hochwertiges Ding besitzt, das verlässlich ist und bei dem Du weißt, wie es funktioniert, anstatt mehrere Dinge, die dann doch nicht funktionieren und Du erst gar nicht benutzt.

 

Stressreduktion

Der Überfluss an Dingen kann Dich stressen, auch wenn Du es vielleicht gar nicht bewusst wahrnimmst. Einfach deshalb, weil Du die meisten wahrscheinlich gar nicht brauchst und deshalb unnötig mit Dir rumschleppst. Einige Studien beweisen, dass Du mit weniger Auswahl an Konsumprodukten Dein seelisches Wohlbefinden steigern kannst. Die bekannteste Studie davon, das nach Richard Easterlin benannte „Easterlin Paradox“, beweist, dass ein steigendes Einkommen und mehr Konsumgüter nur bis zu einem bestimmten Punkt auch ein besseres Lebensgefühl schafft. Ab dann stagniert die „Glückskurve“ und nimmt bei manchen im Bereich des Überflusses tendenziell sogar wieder ab. Einige Psychologen sind sogar davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen angestauten Gegenständen im Keller (Dachboden, Abstellkammer) und unverarbeiteten Erlebnissen in der Vergangenheit bzw. dem Unbewussten geben kann. Es kann sich also auch für Deine Persönlichkeitsentwicklung lohnen, Dinge, die du schon seit Langem mit Dir rumschleppst, auszusortieren und Dich damit freier zu fühlen.

Sortiere Dinge aus, die Du nicht mehr brauchst und die Dich belasten, um Deinen Geist und Deine Seele zu befreien.

 

Ein Weg, Stress mit Hilfe des Minimalismus zu reduzieren ist, wenn man sich anstatt auf Konsumziele auf Sinnesziele konzentriert. Das ist beispielsweise der Besuch eines tollen Ortes, ein sportliches Ziel (wie einen Halbmarathon zu laufen), sich Gemeinschaftsziele zu setzen und vieles mehr. Denn egal wie viele Gegenstände Du ansammelst, Du kannst sie nicht alle mit Dir tragen und wenn Du sie verlierst oder sie kaputt gehen haben sie keinen Nutzen mehr. Deine Erfahrungen, Dein Lebensgefühl oder Deine Persönlichkeit sind immer ein Teil von Dir und begleiten Dich, egal wohin Du gehst. Es kann also helfen, vor dem Kauf womöglich überflüssiger Konsumgüter zu überlegen, ob Du das Geld nicht besser in Dich investieren kannst.

Konzentriere Dich mehr auf persönliche und Sinnesziele anstatt auf Konsumziele, denn diese trägst Du immer bei Dir.

 

 

Hauptvorteile des Minimalismus:

  • Du sparst Geld, weil du weniger ausgibst
  • Du sparst Zeit, weil du weniger mit Suchen und Einkaufen beschäftigt bist
  • Bessere Konzentration durch weniger Ablenkung
  • Du hast mehr Platz in deiner Wohnung und in deinem Kopf
  • Bessere Organisation und mehr Ordnung
  • Mehr Ruhe und Gelassenheit
  • Konzentration auf die wichtigen Dinge im Leben (Beziehungen, Erlebnisse, Deine Persönlichkeit etc.)
  • Glücklicheres und zufriedeneres Leben
  • Steigerung der Kreativität (Mit weniger Gegenständen/Platz das Gleiche erreichen)

 

Natürlich stellt man sich jetzt die Frage, wie man das am besten umsetzt. Vielleicht denkst Du jetzt auch, dass Du alle Dinge, die Du hast, auch brauchst und keines hergeben kannst und willst. Was ist, wenn Du es später wieder brauchst und dann wieder teuer kaufen musst? Was ist, wenn es Dich unglücklich macht, weil Du später doch Sachen vermisst? Hierfür haben wir für Dich 8 Punkte entwickelt, die Dich bei den ersten Schritten zum Minimalismus unterstützen.

 

8-Punkteplan zur Umsetzung des Minimalismus:

  • Nichts kaufen, was man nicht unbedingt braucht, also immer vorher genau überlegen und am besten eine Nacht drüber schlafen
  • Für alles, was man kauft, versuchen mindestens 2 andere Dinge auszusortieren
  • Wenn kaufen, dann möglichst mit Multifunktion
  • Gegenstände, die man selten braucht, leihen anstatt zu kaufen
  • Gegenstände ordnen und sortieren um Doppelungen zu verhindern
  • Entrümpelungen planen und in den Kalender eintragen, hier am besten alle vier Wochen einen kleinen Teilbereich
  • Sich beim Entrümpeln vorstellen, dass man in eine kleinere Wohnung umziehen muss
  • Alles, was man innerhalb von einem bestimmten Zeitraum (4 Wochen bis einem Jahr) nicht gebraucht hat, aussortieren. Hier kann eine Entrümpelungskiste helfen. Dazu alle Gegenstände, von denen man denkt, dass man sie noch braucht, hineinlegen. Auf jeden Gegenstand einen Post-it mit aktuellem Datum kleben. Hast Du den Gegenstand 6 bis 12 Monate nicht gebraucht, kannst Du ihn guten Gewissens aussortieren.

 

Diese 8 Punkte sollen Dir nur eine erste Hilfe bieten. Es gibt natürlich noch unzählige weitere Tricks, die Du anwenden kannst. Der Minimalismus kann von Dingen auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden und hat dort genau den gleichen Effekt. Beispielsweise haben viele von uns jede Menge Programme auf dem PC und Apps auf dem Handy und nur die wenigsten davon werden benutzt. Hier ergibt es meistens ebenfalls Sinn, sich auf die nötigsten zu beschränken. Darüber hinaus wirkt es auch befreiend, stressreduzierend und konzentrationsfördernd sich – zumindest zeitweise – von der digitalen Empfänglichkeit zu befreien. Man kann sich deutlich besser konzentrieren und entspannen, wenn man an seinem Smartphone den Flugmodus aktiviert, oder besser noch das Handy ausschaltet und in einen anderen Raum legt. Einige übertragen den Minimalismus sogar auf Freundschaften und Beziehungen. Auch hier kann es von Vorteil sein, sich auf die Menschen zu konzentrieren, die einem wichtig sind und einen positiven Einfluss haben. Noch mehr Tipps um mit dem Minimalismus ein befreiendes Gefühl zu erleben erfährst Du in dem Buch „Das kann doch Weg!“* von Fumio Sasaki.

 

Fazit und unsere Empfehlung

Wir hoffen, wir konnten Dich mit unserem Eintrag ein wenig zum Nachdenken über den Minimalismus und seine Vorteile anregen. Was unsere aufgeführten Vorteile angeht, so empfindet das natürlich jeder anders. Jeder muss deshalb für sich selber herausfinden, wie er sich am besten fühlt. Manche fühlen sich auch einfach wohl, wenn sie mit vielen Sachen umgeben sind. Kritisch betrachtet lässt sich natürlich auch sagen, dass Besitz – egal ob Überfluss oder Minimalismus – nichts mit Glück zu tun hat.

Es lohnt sich aber bestimmt, sich zumindest den von uns aufgeführten 8-Punkte-Plan durchzulesen und zu überlegen, welche positiven Aspekte man davon in seinen Alltag einbauen kann. Viele meinen auch, dass es Minimalismus ist, wenn man sich anstatt Sachgüter einen teuren Urlaub kauft. Das ist aber wohl weniger eine Konsumreduktion, sondern viel mehr eine Konsumverschiebung. Heißt natürlich nicht, dass das deswegen schlecht ist. Das muss jeder für sich selber entscheiden. Wir persönlich glauben aber, dass Dir der Minimalismus bei für Dich passender Anwendung auf jeden Fall zu mehr persönlicher und geistiger Freiheit verhelfen kann.

Wenn Du noch tiefer in die Materie des Minimalismus einsteigen willst, dann empfiehlt sich das Buch „Stadt – Land – Überfluss“* von Jörg Schindler. Das ist eines der wenigen Bücher, in dem es nicht nur ums aufräumen geht, sondern vielmehr um einen ganzheitlichen minimalistischen Lebensstil, also um Lebensqualität, mehr Zeit und Zufriedenheit.

 

 

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/richard-easterlin-geld-allein-macht-auch-nicht-gluecklich-12956560.html
https://www.marktforschung.de/nachrichten/marktforschung/downshifting-zero-waste-und-autonomie-wie-minimalisten-dem-konsumwahn-entfliehen/

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