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Erfahrungsbericht einer persönlichen Onlineumfrage

Geschrieben von Daniel, am 15.12.2018

Hast Du Dich auch schon mal gefragt, wie Deine Fremdwahrnehmung ist, also, wie andere Dich sehen? – höchstwahrscheinlich schon, denn es ist etwas ganz menschliches, dass wir uns fragen, wie wir auf andere wirken. Das ist auch gut so, denn das Verständnis der Fremdwahrnehmung ist schließlich eine der wichtigsten Voraussetzungen unserer Sozialkompetenz. Erfahre im folgenden Beitrag etwas über eine der sichersten Methoden, wie Du Kenntnis über Deine Fremdwahrnehmung erlangst.

Vorwort

In dem Beitrag „Abstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung“ haben wir erwähnt, dass eine der sichersten Methoden, die Fremdwahrnehmung von anderen zu erfahren, eine anonyme Umfrage ist. Wir wollten es genau wissen und haben eine anonyme Onlineumfrage durchgeführt, um unsere Selbst- mit unserer Fremdwahrnehmung abzugleichen. Im Folgenden wollen wir Dir unsere Erfahrungen schildern und Dir nahe legen, was es uns für Vorteile gebracht hat. Falls Du es noch nicht getan hast, empfehlen wir Dir als Grundlage hierzu, noch den Beitrag zur Selbstreflexion anzusehen.

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Wie wir vorgegangen sind

  • Vorgehensweise von Alex:
    „Ich habe mir meine Feedbackfragen nach dem Buch „7 Wege zur Effektivität“* von Covey erarbeitet. Grundlage waren hierzu die 7 Säulen von Covey: 1. „Proaktivität“, 2. „Schon am Anfang das Ende im Sinn haben“, 3. „Das Wichtigste zuerst“, 4. „Gewinn/Gewinn denken“, 5. „Erst verstehen, dann verstanden werden“, 6. „Synergien schaffen“ und 7. „Die Säge schärfen“. Mein Ziel war, herauszufinden, welche der 7 Wege ich bereits gut umsetze und bei welchen ich noch Potential habe. Das Ganze wurde in einer Excel-Tabelle mit Erläuterungen zu jeder einzelnen Eigenschaft verschickt, anonym wieder eingesammelt und ausgewertet. Die Teilnehmer konnten dabei die untergliederten Eigenschaften der 7 Säulen von 1-5 Punkten in Bezug auf meine Persönlichkeit bewerten.“
  • Vorgehensweise von mir:
    Ich habe bei meiner Befragung 10 gegenübergestellte Charaktereigenschaften aufgeführt (Bsp.: Zuvorkommend – Egoistisch). Außerdem habe ich zwei direkte Fragen zur Einschätzung bestimmter Kompetenzen von mir befragt, die mir wichtig sind – ebenfalls mit der Bewertung von jeweils 1-5 Punkten. Zum Abschluss gab es eine Möglichkeit einer Kommentarfunktion zur Einschätzung meiner größten Stärke und Schwäche sowie ein freies Feld, bei dem man etwas Beliebiges reinschrieben konnte, das mir jemand vielleicht schon lange mal sagen wollte.

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Was wir daraus gelernt haben

  • Lerneffekt von Alex:
    „Zum einen habe ich gelernt, dass dein Ergebnis wirklich stark davon abhängt, wen du fragst. Möchtest du Feedback, um dich stark zu verbessern, suche dir am besten Menschen, die diese Sachen bereits besser machen. Sonst geht die Aussagekraft häufig nicht weiter als „Das machst du schon richtig gut.“ Das ist zwar schön zu hören, aber ich möchte lieber Defizite aufdecken und Potentiale entdecken. Des Weiteren sind mir wichtige Erkenntnisse in der Kommunikation mit anderen Menschen klargeworden, die ein großes Verbesserungspotential aufgedeckt haben.“
  • Lerneffekt von mir:
    Es war auf jeden Fall gewinnbringend die von anderen bewerteten Charaktereigenschaften mit seiner eigenen Bewertung abzugleichen. Meine Umfrage hat auch die im Beitrag „Abstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung“ prophezeiten möglichen Differenzen zwischen der Fremd- und Selbsteinschätzung gezeigt, denn es gab auch bei mir ein paar „Ausreißer“, die nicht der Mehrheit entsprachen. Eine wichtige Erkenntnis, dass man auf jeden anders wirkt und es manchmal einfach nicht harmoniert, ohne, dass man dies aktiv beabsichtigt. Am meisten Verbesserungspotential haben mir die Kommentarfunktionen gebracht, bei welchen jeder selbst meine größte Schwäche und Stärke notieren konnte. Bei den Schwächen ist mir aufgefallen, dass ich diese im Grunde zwar schon gekannt, aber ihnen wenig Beachtung geschenkt habe. Hierdurch wird man daran erinnert und „wach gerüttelt“, sich damit zu beschäftigen. Die Stärken wirken unglaublich motivierend und bestärkten mich darin, diese weiter zu nutzen und auszubauen – aus einigen der Kommentare habe ich mir deshalb eine „Motivationsseite“ zusammengestellt, die ich mir jetzt immer wieder vor Augen führen kann.

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Tipps für Deine persönliche Umfrage

Grundsätzlich kostet solch eine Befragung natürlich erstmal Mut. Es könnte ja sein, dass die anderen denken, dass man nur Bestätigung sucht oder keiner Lust hat diese Befragung auszufüllen. Es ist also wichtig, dass man eine Gruppe befragt, bei der sich davon ausgehen lässt, dass diese auch gewillt ist, die Umfrage gewissenhaft durchzuführen.

Die Fragen sollten dabei entsprechend der Befragungsgruppe angepasst werden, so dass die Gruppe die Antworten auch wirklich einschätzen kann. Wie beim Erfahrungsbericht von Alex erwähnt, hängen die Ergebnisse auch sehr stark davon ab, wen man fragt. Meine Ergebnisse wären sicher in einigen Punkten, bei der Befragung eines anderen Umfelds, auch anders ausgefallen.

Bei den Fragen sollte man darauf achten, dass diese möglichst Objektiv gestellt werden, so dass die Antworten nicht bereits durch die Fragestellung an sich beeinflusst werden. Einfach zu fragen „Wie findest du mich?“ oder „Wie war ich?“ wirkt unprofessionell und man gewinnt wenig Erkenntnis daraus. Die Fragen sollten also möglichst Sinnvoll und Gewinnbringend formuliert werden. Hier ein paar Beispielfragen, die Dir eine grobe Richtung weißen können:

  • Ausprägungen von positiven Charaktereigenschaft gegenüber negativer Charaktereigenschaften?
  • Wo liegen aus Deiner Sicht meine besonderen Stärken bzw. was kann ich besonders gut?
  • Wo liegen aus Deiner Sicht meine besonderen Schwächen bzw. was könnte ich besser machen?
  • Wie schätzt du meine X-Kompetenz ein? Bitte begründen!
  • Kannst du dir, mich als guten X vorstellen? Bitte begründen!

Empfehlungslinks

Solltest Du auch eine anonyme Onlinebefragung durchführen wollen, dann bieten sich die folgenden beiden kostenlosen Befragungstools an:

Wenn Du noch die passenden Begrifflichkeiten Deiner Charaktereigenschaften suchst, dann kannst Du diese mit einer der beiden Listen herausfinden:

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir beide – trotz anfänglicher Skepsis – sehr viel über uns und auch unsere Feedbackgeber gelernt haben. Wir können es an der Stelle also nur jedem weiterempfehlen und natürlich würden wir uns freuen, wenn wir Dich mit diesem Beitrag motivieren konnten, selbst eine Umfrage über Dich zu machen. Wenn Du Dir noch unsicher bist, oder Du noch Fragen hast, dann schreib einfach in die Kommentarzeile. Solltest Du selbst schon eine solche Umfrage gemacht haben, dann wären wir Dir natürlich dankbar, wenn Du Deine Erkenntnisse mit uns teilst.

Hier geht’s zu weiteren Beiträgen unserer „Feedback“-Serie:

  1. Grundlage und Vorteile von Feedback
  2. Abstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
  3. Feedback erhalten
  4. Feedback geben
  5. Erfahrungsbericht einer persönlichen Onlineumfrage (dieser Beitrag)
  6. Fremdbestimmung

Quellen
Die 7 Wege der Effektivität – Stephan R. Covey:
https://amzn.to/2LlFx8C*
Feedback geben – Strategien und Übungen von Jörg Fengler:
https://amzn.to/2DnPmhM*

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