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30. Juni 2018
Titelbild - Täuschungseffekte - Kunstobjekt

Diese 3 psychologischen Täuschungseffekte solltest Du unbedingt kennen

Von Daniel am 30.06.2018

 

Es ist bestimmt auch Dir schon mal passiert. Du hast ein Horoskop gelesen und dabei gedacht, dass es schon verdammt gut mit Dir und deinem Verhalten übereinstimmt. Vielleicht warst Du, eine Freundin oder ein Freund auch schon Mal bei einem „Wahrsager“. Wenn dieser seine Tricks anzuwenden wusste, dann hast Du oder, deine Freundin oder dein Freund danach vielleicht auch ein überraschend positives Gefühl mit nach Hause genommen.
Und obwohl ihr wisst, dass solche esoterischen und astrologischen Aussagen bzw. Vorhersagen nicht der Wahrheit entsprechen können, haben sie euch wahrscheinlich zum Nachdenken gebracht.
Auch bei anerkannten Persönlichkeitstests können solche Effekte eines positiven und von dem Ergebnis absolut überzeugten Gefühls ausgelöst werden. Und das, obwohl der Test vielleicht gar nicht deiner wirklichen Persönlichkeit entspricht.
Lies jetzt weiter, erfahre woran das liegt und was Du dagegen tun kannst, um Dich nicht täuschen zu lassen.

 

Die 3 wichtigsten Täuschungseffekte über die eigene Persönlichkeit

Barnum-Effekt:
Der Effekt ist nach dem Zirkusgründer P. T. Barnum benannt, welcher in seinem Kabinett das „Verifikationsphänomen“ auf die Besucher angewandt hat. Das Besondere daran war, dass jeder der Besucher des Zirkusprogramms das Gefühl hatte, dass der überwiegende Teil des Programmes genau auf seine Persönlichkeit zugeschnitten war.
Der Effekt besagt also, dass jeder Mensch dazu neigt, allgemeine und vage Aussagen über die eigene Persönlichkeit als zutreffend wahrzunehmen, auch wenn die Aussagen so vage formuliert sind, dass über 95 % aller Menschen diese als auf sich zutreffend interpretieren würden. Erste Versuche und Studien dazu hat B. R. Forer unternommen, weshalb der Effekt oft auch als Forer-Effekt bezeichnet wird.

Der Trick bei den Barnum-Aussagen ist, diese so allgemein wie möglich zu formulieren, so dass sie letztendlich auf jeden zutreffen können. Es müssen also allgemeingültige Verhaltensaspekte angesprochen werden, die bei allen Menschen gleich sind.Solche Aussagen können mit folgenden 5 Beispielmethoden formuliert und wenn man die Methoden kennt auch erkannt werden:

  • Nutzung von Ängsten:
    Jeder Mensch hat von Natur aus Ängste, beispielsweise vor Verlusten sowohl menschlicher als auch finanzieller Art. Eine Bespielformulierung, die immer zutrifft wäre dann: „Sie machen sich manchmal Sorgen, dass einer Person, die Ihnen sehr wichtig ist, etwas zustoßen könnte.“
  • Wunschformulierung:
    Der Wunsch nach einem gesunden und glücklichen Leben hat wahrscheinlich jeder. Wenn man jetzt also jemanden fragt, ob er gerne ein gesundes und glückliches Leben führen oder auch in Zukunft führen wolle, dann wird er sicher nicht nein sagen.
  • Dipol-Formulierungen:
    Der Trick hierbei ist, die Aussage (beispielsweise in Bezug auf Persönlichkeitstests) so zu formulieren, dass zwar beide Verhaltensextreme genannt werden, sich aber auf keines festgelegt wird. Ein Beispiel: „Sie sind manchmal aufgeschlossen gegenüber anderen, aber Sie können auch durchaus zurückhaltend agieren.“
  • Schwammige Formulierung:
    Wenn man zu jemandem sagt, er achte nie auf seine Gesundheit, dann fühlt er sich höchstwahrscheinlich angegriffen. Wenn man aber behauptet, dass jemand gelegentlich seine gesunde Ernährung missachtet, dann trifft man bei nahezu jedem auf Zustimmung.
  • Suggestionsmethode:
    Mit dieser Methode flößt man dem Leser oder Zuhörer aktiv ein, nach Aktionen oder Verhaltensmustern zu suchen, die schon mal aufgetreten sind oder in nächster Zeit auftreten werden.
    Bei dem „Wahrsager“ wäre das z.B. die Aussage, dass man in nächster Zeit sehr viel Glück haben und knapp einem Unfall entgehen werde. Es passiert im Alltag recht häufig, dass man irgendeiner Unfallsituation entgeht. Dann scheint der Rückschluss nahe, die nächste derartige Situation (die auch ohne die Vorhersage eingetreten wäre) sei die von dem Wahrsager angekündigte, auch wenn diese nicht logisch nachvollziehbar ist.
    Bei einem Persönlichkeitstest kann das z.B. die Aussage sein, dass es Situationen gibt, in denen man zornig reagiert. Jetzt wird man aktiv nachdenken und überlegen, ob man schon einmal so reagiert hat und es wäre fast unmenschlich, wenn dies nicht schon mal geschehen wäre.

 

Bestätigungseffekt oder selbsterfüllende Prophezeiung:
Es ist im Allgemeinen so, dass jeder Mensch instinktiv nach Bestätigung sucht. Wenn man bestätigt wird, versucht man meist, die gelobte Eigenschaftauch verstärkt preiszugeben.

Mit diesem Effekt kann also die Wahrnehmung von Aussagen, die besonders schmeichelhaft sind, verstärkt werden. Das gleiche gilt auch, wenn Eigenschaften beschrieben werden, denen der Leser oder Zuhörer gerne entspräche. Wird dieser Bestätigungseffekt gezielt genutzt, so werden hier natürlich wieder Eigenschaften genommen, die nahezu jeder Mensch gerne hätte (siehe Barnum-Effekt).

Besonders stark ist der Effekt dann, wenn man sich schon vor einem Persönlichkeitstest überlegt hat, welcher Verhaltenstypus man gerne wäre und dieser dann auch als Ergebnis heraus kommt. Ebenso verhält es sich mit einer Prophezeiung des „Wahrsagers“, die man sich schon vorher erhofft hat. Man wird dann natürlich umso mehr daran glauben und beispielsweise auch selber Schritte einleiten, die dafür sorgen, dass sich die Prophezeiung auch erfüllt.

 

Placebo-Effekt:
Dies ist der wohl bekannteste aller psychologischen Effekte. Insbesondere in der Medizin ist die Wirkung des Effektes durch zahlreiche Studien nachgewiesen. Er tritt auf, wenn man glaubt, dass etwas aufgrund eines kausalen Zusammenhangs passiert. Im Medizinbeispiel also, wenn man eine Tablette gegen Kopfschmerzen bekommt, die in Wahrheit nur aus Traubenzucker besteht, aber die Kopfschmerzen dennoch verschwinden. Hier ist die Tablette nicht die eigentliche Ursache, sondern der Glaubenssatz im Unbewussten, dass diese Tablette eine spezifische Wirkung hat, die eintreten wird. Dieser Effekt passiert meist nur auf psychosomatischer Ebene, aber es gibt auch einige wissenschaftlich nachgewiesene Fälle, bei denen tatsächlich durch den reinen „Glauben“ Heilungsprozesse des Körpers aktiviert worden sind.

Dies kann genauso gut auch gegenteilig funktionieren, wenn wir zum Beispiel immer denken, dass wir krank werden oder sind, dann sind wir es irgendwann wirklich. Zusammenfassend kann der Placebo-Effekt als eine Kombination aus Glaubenssatz und der Fähigkeit des Körpers, die gewünschte Wirkung selbst zu erzeugen, gesehen werden.

In Bezug auf die Betrachtung des Ergebnisses eines Persönlichkeitstests kann es also passieren, dass wir uns ab dann so verhalten, wie der Test das besagt hat, obwohl das im Normalfall gar nicht unserem Verhalten entspräche.

 

Fazit und unsere Meinung

In Bezug auf die Ergebnisse von Persönlichkeitstests sollte man sich jetzt nicht beirren lassen und befürchten, dass die Ergebnisse alle gar nicht stimmen. Es gibt durchaus sehr gute Tests, die versuchen, Dir ein passendes Ergebnis zu liefern, auch ohne, dass Du Dich von den Effekten beeinflussen lassen musst. Welche wir Dir hierfür empfehlen kannst Du in unserem Artikel „Welchen Persönlichkeitstest soll ich machen?“ erfahren.

Aber nicht nur für die Bewertung von Ergebnissen aus Persönlichkeitstests ist die Kenntnis dieser Effekte sinnvoll denn man wird tagtäglich damit konfrontiert. Sie zu kennen hilft einem, sich nicht täuschen zu lassen und die Wirkung der Effekte auf sich selbst und auf andere realistisch einschätzen zu können.

 

 

Quellen:
B.R. Forer, The fallacy of personal validation, Journal of Abnormal Psychology, Band 44, 1949, S. 118–123:
https://de.scribd.com/doc/17378132/The-Fallacy-of-Personal-Validation-a-Classroom-Demonstration-of-Gullibility

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