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Deine wohl wichtigste Charaktereigenschaft– die Proaktivität

Von Alex am 22.08.2018

 

Eine wichtige und essenzielle Charaktereigenschaft, um erfolgreich zu sein, ist die Proaktivität. Sie führt dazu, dass Du Deine persönlichen Ziele und Träume erreichst. Wenn Du wissen möchtest, warum diese Charaktereigenschaft so wichtig ist und wie stark diese bei Dir ausgeprägt ist, dann solltest Du den nachfolgenden Beitrag lesen.

 


Was bedeutet Proaktivität?

Proaktiv sein bedeutet, bewusst und zielgerichtet die Initiative zu ergreifen um seine Ziele zu erreichen. Das Gegenteil ist reaktiv oder passiv zu sein. Das bedeutet, abzuwarten und auf die Dinge zu reagieren, die passieren, statt davor schon aktiv einzugreifen.

Hier das Ganze erklärt an dem Beispiel eines jungen Mannes, der arbeitssuchend ist:
Wenn er passiv bzw. reaktiv ist, wird er sich, wenn überhaupt, nur sehr spärlich auf die Arbeitssuche machen. Vielleicht hofft er darauf, dass jemand in seinem Bekanntenkreis von einer freien Stelle hört. Möglicherweise blättert er auch jeden Morgen die Zeitung durch und sucht nach passenden Stellenangeboten. Auch wenn er noch einige andere Sachen ausprobiert, wirken seine Maßnahmen doch eher sporadisch und nicht sehr ambitioniert.

Der Proaktive wird natürlich auch seine Freunde fragen und durch die Stellenanzeigen in der Zeitung blättern, allerdings wird er darüber hinaus noch viel mehr machen und die Arbeitssuche aktiv in die Hand nehmen. Er wird über alle möglichen Kanäle nach potentiellen Arbeitsstellen suchen, wie z.B. Internet, Fachzeitschriften, Jobmessen etc. Er ruft bei Unternehmen seiner Branche an und fragt direkt nach offenen Stellen und ob er eine Initiativbewerbung schreiben kann. Jeden Tag, wenn der Proaktive aufsteht, wird er sich fragen: „Was kann ich heute tun, um einen Job zu bekommen?“ und er wird immer wieder neue Ideen und Möglichkeiten generieren, so lange, bis er wieder einen Job gefunden hat. Er wartet nicht auf eine Chance, sondern erarbeitet sich diese selbst. Ein Zitat von Denzel Washington beschreibt es ganz gut:

 

Denzel Washington - über Glück - Proaktivität

 

Hinter dem Zitat steckt, dass proaktive Menschen ihr Glück selbst erzeugen, in dem sie sich aktiv darauf vorbereiten. Proaktive Menschen warten also nicht auf die richtigen Gelegenheiten, sondern sie versuchen, die richtigen Gelegenheiten selbst zu erzeugen.

 

Proaktiv oder Reaktiv – ist der Unterschied wirklich so groß?

Ja. Der Unterschied ist nicht nur groß, sondern absolut entscheidend. Natürlich kann es sein, dass der Reaktive – nach obigem Beispiel – auch einen Job vermittelt bekommt oder beim Durchblättern in der Zeitung den richtigen Job findet. Allerdings ist er dabei sehr stark von anderen Faktoren und dem Zufall abhängig. Wenn der Freund und die Zeitung nicht das Passende für ihn haben, dann wartet er weiter, bis das Passende dabei ist.

Auch der Proaktive ist nicht vollkommen unabhängig, denn er will ja einen Job bei einer Firma, die nicht ihm selbst gehört und er kann sich auch nicht selbst einstellen. Dadurch, dass er jedoch jede Möglichkeit nutzt, immer wieder aufs Neue einen Versuch startet und aktiv auf Unternehmen zugeht, hat er natürlich eine wesentlich größere Chance, auch wirklich einen Job zu bekommen.

 

Warum ist Proaktivität so wichtig?

Wenn Du schon einmal einem proaktiven Menschen begegnet bist, dann hast Du mit Sicherheit den Unterschied gemerkt. Das sind Menschen, bei denen Du das Gefühl hast, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis Sie ihre Ziele umsetzten. Selbst wenn es bei einem proaktiven Menschen mal nicht so gut laufen sollte, ist jedem im Umfeld klar, dass er es dennoch schaffen wird, seine Vorstellungen umzusetzen. Das liegt daran, dass sein Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln darauf ausgerichtet ist, selbst positive Veränderungen umzusetzen. Wenn man diese Menschen beobachtet, wirkt ein Scheitern nahezu unmöglich.

Vielleicht fragst Du Dich, welche weiteren Vorteile es gibt?

Hier einmal kurz die Vorteile einer proaktiven Lebensweise aufgeführt:

  • Positive Denkweise – auf Lösungen statt auf Probleme fokussiert
  • Mehr Erfolg, unabhängig des Lebensbereiches oder der Zielsetzung
  • Vergrößerung Deines Einflussbereiches – Du beschäftigst Dich mit Dingen, die Du auch wirklich ändern kannst
  • Außerdem stärkst Du damit folgende weitere Charaktereigenschaften:
    • Selbstvertrauen
    • Selbstwirksamkeit
    • Kreativität – Du lernst, stetig neue Ideen und Lösungen zu kreieren
    • Willensstärke – Du fragst nicht mehr „ob etwas geht“, sondern „wie etwas geht“ und setzt es dann um
    • Durchhaltevermögen -Du bleibst am Ball, bis der Ball im Tor liegt
    • Ausstrahlung – Deine proaktive Haltung wird sich mit der Zeit in Deiner Sprache, Mimik und Gestik widerspiegeln

 

Bin ich passiv oder proaktiv?

Du weißt noch nicht, ob Du proaktiv oder reaktiv bist?

Natürlich ist es nicht wie bei einem Lichtschalter „an“ oder „aus“ – proaktiv oder reaktiv. Es gibt gleitende Übergänge und viele Zwischenstufen, aber als Grundlage ist es einmal wichtig, Dich selbst zu erkennen (mehr dazu im Beitrag „Selbsterkenntnis als Schlüssel zu Deinem erfolgreichen Leben“).

Nachfolgend haben wir Dir häufige proaktive und reaktive Aussagen und Sprichwörter in einer Tabelle („+“ klicken zum Ausklappen) zusammengetragen. Lies Dir beide Spalten durch und überlege Dir, welche der beiden Aussagen sich eher in deiner Alltagssprache oder deinem Denken wiederfinden lassen.

 

Tabelle: Reaktive und proaktive Aussagen

Reaktive AussagenPro-aktive Aussagen
„Das kommt schon noch mit der Zeit.“„Ich arbeite jetzt sofort aktiv daran.“
 „Sorry, so bin ich eben.“„Wie kann ich mich positiv verändern?“
„Das funktioniert eh nicht.“„Was kann ich tun, damit es funktioniert?“
„Das geht nur über Vitamin B.“„Das kann ich auch alleine schaffen!“
„Ich muss aber…“„Muss ich das wirklich oder gibt es Alternativen?“
„Dafür habe ich keine Zeit.“Du gestaltest Deine Zeit selbst
Bei wichtigen Sachen:
„Dafür nehme ich mir Zeit.“
Bei unwichtigen Sachen:
„Es ist mir nicht wichtig genug, als dass ich die geforderte Zeit investieren möchte.“

„Ich kann das nicht.“

„Dafür hab ich kein Talent.“

„Ich werde es lernen.“
„Wer kann es mir beibringen?“
„Wer kann mir helfen?“
„Das geht halt nicht.“

„Wie kann es funktionieren?“

„Gibt es jemanden, der es hingekriegt hat und wenn ja, wie hat er das gemacht?“

„Wenn ich … gemacht hätte, wäre mir … passiert.“„Was kann ich das nächste Mal machen, damit … nicht passiert?“
„Was kann ich jetzt noch machen, um … zu erreichen?“
„Ich habe es auch nicht einfach.“Fokus auf das Positive:
„Was habe ich bereits?“
„Wie kann ich durch widrige Umstände wachsen und mich weiterentwickeln?“
„Wie mache ich meinen Nachteil zum Vorteil?“
„Wäre das nicht passiert, dann …“„Was kann ich beim nächsten Mal besser machen, damit mir das nicht mehr passiert?“
„Das schaffen nur … % der Leute, die es versuchen.“„Ich gehöre zu den …% der Leute, die es schaffen.“
„Was kann ich machen, um mir einen Vorteil zu verschaffen?“
„Wie schaffe ich es, zu den … % der Leute zu gehören?“
„Das machen schon viel zu viele.“
„Der Markt ist schon übersättigt.“
„Es ist immer noch Platz für einen, der es richtig gut macht.“
„Wenn Person … nur etwas mehr … wäre.“„Wie kann ich mich der Person … besser anpassen?“
„Wenn es sein soll, dann wird es sich ergeben.“„Wenn ich es möchte, dann werde ich es arrangieren.“
„Es sollte wohl nicht sein.“Weshalb hat es nicht geklappt und was kann ich aus der Situation lernen?
„Die wichtigen Dinge kommen von alleine zu Dir.“„Die wichtigen Dinge packe ich an.“
„Hast Du Scheiße am Schuh, dann hast Du Scheiße am Schuh.“„Hast Du Scheiße am Schuh, dann wisch sie ab.“

 

Einige Menschen sagen jetzt „das sind doch nur Aussagen“, „so lautet nun mal das Sprichwort, ich habe es mir nicht ausgedacht“ oder „das habe ich von XYZ so übernommen“. Wenn Du Dir etwas Ähnliches gedacht hast, dann ist Folgendes sehr wichtig für Dich:

Deine Worte spiegeln Deine Einstellung zu Dir selbst und Deiner Umwelt wieder. Diese Einstellung entscheidet darüber, wie Du mit den Dingen und Menschen in Deinem Leben umgehst. Um diesen Sachverhalt für Dich noch klarer zu machen, siehst Du nachfolgend eine weitere Tabelle. Dort sind Einstellungen und Verhaltensweisen aufgelistet, die Du häufig bei proaktiven und bei reaktiven Menschen feststellen kannst. Die Aussagen aus der oberen Tabelle sind ein Resultat der Einstellungen in der nachfolgenden Tabelle („+“ klicken zum Ausklappen). Überprüfe auch hier wieder, was auf Dich zu trifft.

Tabelle: Reaktive und proaktive Einstellungen und Verhaltensweisen

Reaktive Einstellungen und VerhaltensweisenProaktive Einstellungen und Verhaltensweisen
Gibt anderen Leuten oder äußeren Umständen die Schuld.Erkennt, dass er selbst Dinge ändern kann und die Verantwortung dafür trägt.
Beschäftigt sich viel mit Dingen außerhalb seines Einflussbereiches.Beschäftigt sich primär mit Dingen, die er auch selbst beeinflussen kann.
Redet viel und handelt wenig.Nimmt die wichtigen Dinge in die Hand und handelt.
Gibt schnell auf.Bleibt stetig dran und sucht nach Lösungen, bis er diese gefunden hat.
Ist Ideenlos.Findet immer neue Möglichkeiten und Ideen.
Redet über Probleme.Redet über Möglichkeiten, Ideen und Lösungen.
Redet viel über die Vergangenheit und Zukunftsszenarien, die unrealistisch sind.Beschäftigt sich mit dem, was er in der Zukunft erreichen möchte und damit, wie er ab sofort etwas dafür tun kann.
Ist faul/unmotiviert und unproduktiv.Ist motiviert und produktiv.
Regt sich über viele Dinge auf, ändert diese aber nicht.Ändert die Dinge, auf die er Einfluss hat und nimmt die Dinge hin, die er nicht ändern kann.
Bleibt lieber in negativen Denk- und Verhaltensmustern aus Angst, bei dem Veränderungsversuch zu versagen.Erkennt, dass Misserfolg ein Teil des Erfolgs darstellt und bleibt auch bei Misserfolg bis zum Erfolg dran.
Hat viele passive Hobbies: Fernsehen, Netflix etc.Hat aktive und produktive Hobbies: Sportliche Aktivitäten, Lesen, Weiterbildung, Musik machen und kreative Tätigkeiten
Redet viel über andere und deren Probleme.Bleibt bei sich und beschäftigt sich mit positiven Themen.
Fühlt sich machtlos und fremdbestimmt.Erkennt, dass er seine Lebensgestaltung selbst in der Hand hat und fühlt sich selbstbestimmt.
Redet von großen Träumen, aber macht nichts dafür.Kennt seine Ziele und Träume und arbeitet stetig darauf hin.

Proaktiv oder reaktiv – wie geht es jetzt weiter?

Konntest Du Dich eher mit der linken (reaktiv) oder rechten Spalte (proaktiv) identifizieren? Wenn Du häufig zu reaktiven Aussagen neigst und eine dementsprechende Einstellung hast, dann solltest Du Dich in jedem Fall weiter mit Proaktivität befassen.

Wenn Du an Dir arbeitest und zu einem proaktiven Menschen wirst, dann tust Du Dir selbst einen Gefallen. Du kannst zwar nur schwer die Grundbedingungen ändern, die Dir mit auf den Weg gegeben wurden (wie Erziehung, Talente, …), aber was Du daraus machst und wie leicht oder wie schwer Du es auf Deinem Lebensweg hast, das entscheidest in den meisten Fällen Du selbst und niemand anders.

Möglicherweise erwiderst Du jetzt:
„Also ganz genau stimmt das nicht, denn wenn ich gefeuert werde, weil mein Unternehmen schließt und ich gute Arbeit geliefert habe, dann kann ich nichts dafür. Ich habe mir also in diesem Fall mein Leben nicht selbst schwergemacht.“

Das ist wahr und falsch zugleich. Natürlich kannst Du in diesem Beispiel nichts dafür, dass Dein Unternehmen geschlossen wurde und Du Deinen Job verlierst. Allerdings kannst Du sehr wohl etwas dafür, wie Du mit dieser Tatsache umgehst. Steckst Du den Kopf in den Sand und wartest ab? Verschwendest Du Deine Energie damit, Dich darüber aufzuregen? Oder ergreifst Du Gegenmaßnahmen und richtest Deine Energie darauf aus, wieder auf Kurs zu kommen?

Wie Du die Karten ausspielst, die Dir gegeben werden, das entscheidest Du.

 

Falls Du bemerkt hast, dass Du schon größtenteils proaktiv bist, dann ist das super. Wenn Du Dir und Deinen Einstellungen noch weiter auf den Grund gehen willst, kannst Du Dich noch Fragen, ob Du bereits in allen Bereichen Deines Lebens proaktiv bist. Vielleicht gibt es bei Dir ja noch Themengebiete oder Lebensbereiche, in denen Du noch nicht so aktiv bist, wie in anderen. Häufig haben wir ein bis zwei Bereiche, in denen wir passiver sind als in anderen. Schau Dir diese Bereiche an und finde heraus, wie Du auch hier proaktiv sein kannst.

Zur Anregung eine Liste mit unterschiedlichen Themen und Lebensbereichen:

  • Beruf und Karriere
  • Beziehung/Ehe/Liebe
  • Freund- und Bekanntschaften
  • Familie
  • Finanzen und Geld
  • Persönlichkeitsentwicklung

 

Fazit

Deine Einstellung und Dein Handeln proaktiv auszurichten ist einer der Grundpfeiler, um Dein Leben bewusst und zielgerichtet zum Erfolg zu führen. Egal ob es um beruflichen Erfolg oder Erfüllung in der Beziehung geht:

Wenn Dein Erfolg – unabhängig von dem Lebensbereich – nicht von Zufällen abhängen soll, dann musst Du bewusst und aktiv eingreifen.

 

Wenn Du ein proaktiver Mensch wirst, dann gehen Dir diese Eigenschaften in Fleisch und Blut über. Sie werden zu einem Teil Deiner Persönlichkeit und Du wirst irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken müssen.

Außerdem wirst Du Dich ganz automatisch mit Menschen umgeben, die eine ähnliche Einstellung haben. Dadurch potenzieren sich Deine Möglichkeiten und es entstehen Synergien in Deinem Leben, die dich noch besser voranbringen. Bis es soweit ist, musst Du allerdings noch Zeit und Energie investieren. In dem Beitrag (Release am 29.09.2018)  „Mit diesen 9 Punkten nimmst Du dein Leben in die Hand“ erfährst Du ganz genau, wie Du proaktiv werden kannst.

Ein Autor, der sich sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, ist Stephan R. Covey mit seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“*, in welchem der erste Weg zum Erfolg die Proaktivität darstellt. Wenn Du Dich für dieses Thema interessierst, solltest Du Dir auf jeden Fall überlegen, Dich damit weiter in das Thema zu vertiefen. Nicht grundlos gehört es zu den meistverkauften Selbstmanagement Büchern der Welt.

Ein kleiner Tipp noch nebenbei: Wenn Du Dir die Tabelle mit den Redewendungen häufiger und regelmäßig durchliest, werden Dir auch ganz automatisch Aussagen von Menschen in deiner Umgebung auffallen. Du wirst schnell proaktive Menschen von reaktiven Menschen unterscheiden können – nutze es als Motivation und versuche, es selbst besser zu machen.

 

 

Quellen
Die 7 Wege der Effektivität – Stephan R. Covey:
https://amzn.to/2LlFx8C*

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