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Das DISG-Persönlichkeitsprofil

Von Daniel am 07.07.2018

 

In unserem Artikel „Welchen Persönlichkeitstest soll ich machen?“ haben wir Dir unter anderem zur persönlichen Reflektion den DISG-Test empfohlen. Dieser Test wird häufig kritisch betrachtet, aber dennoch sehr oft angewendet, meist sogar in Unternehmen. Im Folgenden haben wir diesen Persönlichkeitstest und seine vier Verhaltenstypen näher betrachtet. Du erfährst außerdem, warum dieser oft kritisch betrachtet wird und warum wir meinen, dass er trotzdem sinnvoll für Dich sein kann.

 

Die 4 Verhaltenstypen des DISG-Persönlichkeitsprofils

Die Grundlage des DISG-Tests bietet die Typologie von W. M. Marston. Dieser entdeckte, dass sich unser Verhalten in zwei Richtungen einordnen lässt. Die eine Richtung beschreibt, ob man die Situationsumgebung als positiv/gelassen oder negativ/kritisch wahrnimmt. Die zweite stellt dar, wie sich der Mensch in einem bekannten Umfeld einordnet, entweder als stark (extrovertiert) oder schwach (introvertiert). J. G. Geier hat die Typologie von Marston zur Einordnung von Persönlichkeitstypen weiterentwickelt und verbreitet. Das daraus entstandene Modell beschreibt die Ausprägung folgender vier Charaktereigenschaften, deren Anfangsbuchstaben jeweils für die Abkürzung von DISG stehen:

  • Dominant
    Personen, die hauptsächlich dem D-Typ entsprechend, sind im Allgemeinen sehr direkt, zielstrebig, ergebnisorientiert, beeinflussend und energiereich. D-Typen versuchen in Gruppen, sich aktiv mit einzubringen und übernehmen oft und gerne das Kommando. Sie arbeiten schnell, engagiert und sehr ehrgeizig. Sie besitzen eine hohe Risikobereitschaft, die nicht selten auch mit einer Selbstüberschätzung einhergeht. Bei Diskussionen und Konflikten geht der D-Typ proaktiv vor und will eine schnelle Lösung herbeiführen. Er steht Herausforderungen offen gegenüber, verlangt viel von sich selbst, aber auch von anderen. Setzt man diesen Typ unter Druck, so kann er schnell in den Angriffsmodus übergehen und mit Argumenten um sich werfen.
  • Initiativ
    I-Typen gelten als teamfähig und kommunikativ. Sie sind extrovertiert und damit sehr kontaktfreudig. Außerdem sind sie begeisterungsfähig und überwiegend optimistisch eingestellt. Sie hinterfragen weniger, weil sie anderen einfach vertrauen und mitmachen. Entscheidungen werden meist intuitiv und aus dem Bauch heraus entschieden. Weitere Eigenschaften sind Lebhaftigkeit und Wechselorientierung. Sie legen sich also ungern fest, können sich oft nicht entscheiden und springen schnell mal von dem einen Projekt ins nächste, ohne das erste bis ins Detail fertig bearbeitet zu haben. Durch seine Energie wirkt der I-Typ sehr motivierend auf andere, auch wenn die Disziplin zu wünschen übriglässt. Am effektivsten arbeitet er, wenn man ihn wenig kontrolliert und ihm möglichst offene Aufgaben zuweist. Was der I-Typ gar nicht gerne mag sind Detailarbeiten und von oben herab unterwürfig behandelt zu werden.
  • Stetig
    Hilfsbereitschaft, Geduld und Bescheidenheit sind die Haupteigenschaften des S-Typs. Des Weiteren sind diese Typen sehr zuvorkommend und bodenständig. S-Typen streben nach Sicherheit und Routine. Sie arbeiten eher im Hintergrund und verspüren nur wenig eigenen Kontrollwunsch. Bei Konflikten und Diskussionen ist dieser Typ eher inaktiv, aber er eignet sich sehr gut als neutraler Schlichter. Schwierig ist es, eine ehrliche Meinung von einem Menschen mit diesem Typ zu erfahren, da er sich sehr gerne anpasst und möglichen Konflikten lieber aus dem Weg geht. Im Team sollte man also versuchen, diesen Typ auch mal nach seiner Meinung zu fragen, da er sie von sich aus eher selten preisgeben wird.
  • Gewissenhaft
    G-Typen sind eher introvertiert, sehr analytisch und präzise. Sie denken systematisch und sind hinterfragen vieles. Entscheidungen werden nicht intuitiv oder aus dem Bauch heraus gefällt, sondern werden analysiert und mit Verstand überlegt getroffen. Prinzipiell ist dieser Typ eher introvertiert, aber wenn ihm etwas nicht passt, kann er durchaus sehr direkt seine Meinung sagen. Der G-Typ ist sehr diszipliniert und hat einen hohen Qualitätsanspruch. Er zeichnet sich durch eine unermüdliche und gewissenhafte Arbeit aus. Es kann hierbei aber auch passieren, dass dieser Typ mehr Detailarbeit verrichtet als überhaupt notwendig ist. Die Effizienz ist sehr hoch, aber die Effektivität sollte immer wieder geprüft werden.

Die Ausprägung der genannten Verhaltenstypen wird bei der Auswertung in einem Koordinatensystem dargestellt. Ein DISG-Fragebogen besteht meist aus 20 – 30 Fragen, die in 3 Stufen beantwortet werden können. Wenn man nun die (meist) dreistufigen Beantwortungsmöglichkeiten mit den vier Typen potenziert (34), dann ergeben sich 81 Variationen bzw. Verhaltensprofile.

Wichtig ist, hierbei zu beachten, dass die 4 Grundtypen nicht in Reinform vorkommen. Es ist also nicht möglich, dass eine Person nur einem dieser 4 Typen entspricht. Jeder bildet letztendlich eine Mischung aus allen Typen. Das Zielkreuz in der Mitte bewegt sich – je nach Ausprägung – in eine Richtung nach außen. Umso mehr jemand einem Typ entspricht umso mehr geht das Zielkreuz in der entsprechenden Richtung nach außen. Bei sehr ausgeglichen Personen bleibt das Zielkreuz eher in der Mitte. In folgendem Schaubild haben wir dargestellt, wie das Ergebnis dann aussehen kann:

In dem Beispielfall entspricht die Persönlichkeit vermehrt dem I-Typ, mit dem zweitgrößten Anteil entspricht sie dem D-Typ und zu kleineren Teilen dem S- und G-Typ. Aus dem Ergebnis kann nun die Antwort auf verschiedene Verhaltensfragen abgeleitet werden.

Bei der Beurteilung des Ergebnisses gilt wie immer, dieses mit gesundem Menschenverstand zu betrachten (siehe dazu auch unseren Artikel „Psychologische Täuschungseffekte“). Besonders bei diesem Test kann es sein, dass eine Person im Beruf einem deutlich anderen Typ entspricht als zu Hause bei der Familie. Oft ist das auch dem geschuldet, dass man seine Ausprägungen bei einem der beiden nicht ausleben kann. Wenn z.B. ein Abteilungsleiter eher dem D-Typ entspricht und zu Hause nichts zu sagen hat, dann kann es sein, dass er seine Ausprägung bei der Arbeit stärker „raushängen“ lässt oder andersherum. Kann, muss aber nicht sein.

Wir sind der Meinung, dass der Test sehr gut dazu dient, sich mit einer einfachen Methode selbst reflektieren zu können. Meistens kennt man seine Tendenzen schon vorab, aber dennoch hilft er, diese genauer einschätzen zu können. Vielleicht ergibt sich ja auch ein Überraschungsergebnis.

Außerdem eignet sich der Test ganz gut, um eine schnelle Einschätzung von Kollegen und Mitarbeitern treffen zu können. Es fällt damit bspw. Leichter, ein Team zusammenzustellen oder Teamkollegen zu verstehen. Am effizientesten ist ein Team aus einem Mix aller vier Typen.

Kritisch betrachtet wird der DISG-Test hauptsächlich aus dem Grund, dass nicht die gesamte Persönlichkeit analysiert wird, sondern nur situationsbedingtes Handeln. Zeitgemäßer und für eine größere „Abdeckung“ der Persönlichkeit besser, ist die Einordnung in 5 Persönlichkeitstypen wie beim „Big-Five Typentest“.

 

Fazit

Der DISG eignet sich unserer Meinung nach trotz Kritik sehr gut für eine schnelle und einfache Analyse von sich selber und Gesprächspartnern. Er ist also sehr hilfreich in der Kommunikation und der Verhaltenseinschätzung von Kollegen und Mitarbeitern.

Für eine tiefere Analyse empfehlen wir aber den erwähnten „Big-Five“ oder für den beruflichen Alltag den BIP. Einen Überblick der gängigsten Persönlichkeitstests erhältst Du in unserer großen Infografik. Unsere Empfehlungen verschiedener Persönlichkeitstest haben wir in dem Beitrag „Welcher Persönlichkeitstest ist für mich sinnvoll?“ abgegeben.

 

 

Quellen:
http://www.disg-modell.de/
https://www.business-wissen.de/artikel/disg-persoenlichkeitsprofil-persoenliche-staerken-und-schwaechen-besprechbar-machen/

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